Auch kleine Jungen können sich kümmern

Streetart Bild

Wir hatten letztens Besuch mit Kindern. Für fremde Kinder sind andere Wohnungen oft das größte. Jede Menge Spielzeug gibt es da, was man noch nicht kennt oder nicht selber hat. Es gab also einen kleinen Jungen, der bei uns zu Besuch war und sich sehr über die Puppe vom Runzelfüßchen freute. Wir haben sogar noch eine kleine Nuckel-Flasche für Puppen, bei der das gelbe „Getränk“ beim kippen verschwindet (doppelwandige Flaschen sind etwas tolles). Der Junge war auf jeden Fall hellauf begeistert und ich dachte schon, gleich kommt ein Spruch der Eltern, gleich bekommt der 3-jährige Junge gesagt, dass er nicht damit spielen darf, weil Puppen doch nichts für Jungs sind.

 Jungs spielen gerne mit Puppen

Aber wie das manchmal so ist mit Vorurteilen: Natürlich durfte der kleine Junge aus Sicht seiner Eltern mit Puppen spielen. Es gab keinen Spruch, sondern Bewunderung von allen Seiten, weil er sich so schön um die Puppe („das Baby!“) kümmert. Und eigentlich spiegelt das auch meine Erfahrung wieder – mein Sohn will sich auch kümmern. Selbst mit seinen anderthalb Jahren ist er sehr darauf bedacht, dass es allen gut geht. Seiner Schwester, seinen Eltern und er registriert natürlich auch, wenn andere Kinder weinen.

Die Herde muss zusammen sein

Das Runzelfüßchen hat sich in seinem Alter auch gerne gekümmert. Sobald sie damals irgendwo ein kleines Babyweinen gehört hatte, war sie auch traurig. Mein Sohn bemerkt solche Dinge auch, aber verhält sich auch wieder irgendwie anders. Im Gegensatz zu seiner Schwester möchte er gerne sein Essen oder sein Trinken mit uns teilen. Als ob wir sonst nichts zu essen bekommen: er will das wir auch etwas haben. Genauso legt er mehr Wert darauf, dass seine Herde (also wir vier) zusammen ist. Letztens war er auf meinen Arm und bekam Küsschen von Mama und Papa und was tat er? Er drückte unsere Köpfe zusammen – wir sollten uns auch Küsschen geben und zeigen, das wir uns lieb haben.

Puppen sind auch sonst ein großes Thema bei uns. Das Runzelfüßchen mag ihre Puppen und Herr Annika hat seine eigene, die er gern durch die Wohnung schleift. Wenn sie dann nicht darum streiten, wer denn die Puppe jetzt haben darf, sieht man, wie Herr Annika den Puppen gerne den Nuckel verabreicht.

Ich finde, alle Kinder sollte die Möglichkeit haben, sich im Spiel oder auch in echt kümmern zu können. Puppen zu verbieten oder das Spiel mit Puppen lächerlich zu machen, finde ich schlimm.
Spielen eure Jungs auch gerne mit Puppen? Wie sieht ihr Kümmern aus?

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