Das Familienbett und ich

Letztens wollte das Runzelfüßchen aus unserem Schlafzimmer ausziehen. Fest entschlossen war sie. Sie hatte ihr Bett gemacht, die Kuscheltiere neben sich aufgereiht und lag schon in ihrem neuen Bett in ihrem Zimmer. Ich dachte schon: jetzt ist es so weit, jetzt wird sie groß. Als sie dann nach einiger Zeit beim Versuch einzuschlafen meinte, sie würde doch gerne bei uns „im Schlafzimmer“ schlafen, war ich erstmal erleichtert. Und mir wurde klar, dass ich das Familienbett doch ganz gerne mag.

Ich mag das Familienbett

Ich kenne kaum Männer, die von sich behaupten, sie wären Anhänger des Familienbetts. Familienbett bedeutet in der Regel, dass sich die Eltern mit den Kindern ein Bett teilen. Eine Vorstufe davon ist, wenn das Kind im gleichen Zimmer schläft, auch Co-Sleeping genannt. Ich habe immer ein wenig das Gefühl, dass es vielen Eltern peinlich ist, wenn sie zugeben, dass ihr Kind noch im gleichen Zimmer schläft. Als Baby mag das ja noch ok sein, aber „nach einem Jahr muss das Kind im eigenen Zimmer schlafen.“ So will es das ungeschriebene Gesetz der deutschen Eltern. Wenn die Kinder dazu noch im Bett der Eltern schlafen, ist die Peinlichkeit fast noch höher. Dabei finde ich das überhaupt nicht schlimm.

„Kinder bis zwei Jahren schlafen im Bett der Eltern“

Hotels schreiben oft bei den Bedinungen für Kindern, dass die Kinder erlaubt sind und bis zu einem Alter im Bett der Eltern schlafen können (kostenlos). Früher dachte ich immer: welche Eltern möchten denn das zur Hölle? Man braucht doch Platz für sich, für die „Romantik“. Jetzt denke ich: wo sollen denn die Kinder denn sonst schlafen? In einem anderen Zimmer, am besten noch in einem Stockwerk? Am liebsten wäre mir, das Hotel würde noch ein Beistellbett neben ein großes Bett stellen und wir könnten alle zusammen dort schlafen. Das klappt nicht immer, denn es gibt auch Hotels, die erlauben nicht zwei Eltern mit zwei Kindern in einem Zimmer. Vielleicht wenn beide unter einem Jahr sind, aber nicht jeder hat Zwillinge in dem Alter. Aber eine Vierjährige kann ich wohl kaum alleine in einem anderen Zimmer schlafen lassen.

Meine Tochter wandert zu uns

Unsere Tochter schläft schon seit einiger Zeit in ihrem Bett ein. Aber sie kann jederzeit zu uns „rüberkommen“ und mit uns kuscheln. Egal, ob schlecht geträumt oder krank oder einfach so. Wenn es nicht gerade wieder supereng wird oder mir ein Fuss im Gesicht klebt, mag ich das sehr gerne. Manchmal erzählen mir die Eltern, die vorher das Kind schon ausquartiert hatten, dass sie im Kinderzimmer schlafen. Wann schlafen sie bei ihrem Kind im Kinderzimmer? Wenn das Kind krank ist, schlecht geträumt oder weil es einfach danach verlangt. In dem Fall denke ich mir: lieber wandert das Runzelfüßchen nachts einfach zu uns rüber, als dass ich aufstehe und dann im Kinderzimmer, am besten auf dem Boden, neben meiner Tochter schlafe.

Manchmal liegt das Runzelfüßchen schon vor uns im Bett. Sie meinte letztens zu mir, ich sollte es mir neben ihr gemütlich machen als ich ins Bett kam. Was zum einem sehr niedlich ist, aber auch ein wenig lustig, weil unser Bett gar nicht soo groß ist. Es ist einfach auch manchmal eng, wenn dort vier Menschen liegen. Aber dann denke ich: zumindest wird mir so auch nicht kalt.

Mir liegt es fern, anderen Menschen eine Empfehlung zu geben. Aber weil ich oft höre, dass Väter „das“ nicht wollen, lieber alleine schlafen, das Kind ausquartieren, muss ich doch eine Lanze für das Familienbett brechen. Es mag zwar manchmal nervig sein. Aber die Zeit, in der die Kinder tatsächlich in der Nähe ihrer Eltern schlafen wollen, ist vermutlich kürzer als man denkt.

Habt ihr ein Familienbett? Wer von euch war eher dafür oder eher dagegen?

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