Jungsmama und Mädchenpapa

Wer die Überschrift richtig gelesen hat vielleicht etwas gemerkt: den Begriff Mädchenpapa hört man relativ selten bis nie. Eher hört man manchmal Frauen von sich als Mädchenmama und Jungsmama sprechen. Dass sie das eine gerne sind oder eher das andere. Dass ein wenig betrauert wird, wenn die Kinder nicht das gewünschte Geschlecht haben, was zu ihnen passt. Ich kann das eigentlich nicht verstehen, aber zumindest versuche ich es zu deuten.

Gibt es auch den Jungspapa?

Den Jungspapa gibt es vielleicht doch. Vielleicht nennt er sich nicht selbst so, sondern man hört es eher indirekt. Wenn Väter davon schwärmen, dass sie ja einen Jungen bekommen haben, mit dem sie später Fussball spielen können. Oder wenn sie traurig sind, dass es doch „nur“ ein Mädchen geworden und sie mit Rosa und Prinzessinen nichts anfangen können. Dass Fussball nicht in den Genen festgelegt ist und dass viele Kinder einfach gerne zusammen Sport machen wollen, wird da leicht unterschlagen.

Die Jungsmama versteht die Jungen besser

Zurück zur Jungsmama, die manchmal einfach eine geworden ist, weil sie männliche Kinder hat. Die versteht natürlich schon andere Jungsmamas, aber wenig gut die Mädchenmama, die ganz „andere Probleme“ hat. Je öfters ich übrigens Jungsmama in diesem Artikel erwähne, so komischer kommt es mir vor. Aber im Grunde geht es um das „Verstehen“ des anderen oder des gleichen Geschlechts. Die anderen, also die Jungs, „ticken“ irgendwie anders, so behaupten vielleicht beide. Nur die einen Mütter verstehen das besser, die anderen schlechter. Oder kommen damit zurecht. Zumindest ist das meine Interpretation.

Männer als „Black Box“

Letztens lag bei uns eine Frauenzeitschrift offen herum. Und als ich die aufgeschlagene Seite las, wurde mir Angst und Bange. Weniger um meine Frau, sondern um die Verständigung zwischen Mann und Frau und wie diese, auch in einer rennomierten Zeitschrift, im Prinzip als unmöglich behandelt wurde. Es ging um die Kommunikation zwischen Mann und Frau und es wurden tatsächlich Tipps für Frauen gesammelt, damit sie besser zu ihrem Mann durchdrängen. Männer könnten wie Kinder behandelt werden, denen man einfach oft genug Dinge sagen muss. Oder es sollen Botschaften in sexuelle Anspielungen eingebettet werden, dann würden sie diese verstehen.

Männer und Frauen sind total verschieden – wird behauptet

Wenn natürlich alle (Medien, Bekannte, Verwandte und andere) immer wieder behaupten, dass Männer und Frauen einfach so unterschiedlich sind, dass Männer (und Frauen) ein großes Rätsel sind, dann dämmert es auch mir, dass diese Klischees natürlich auch auf die Kinder übertragen werden. Jungs sind wild und wollen toben. Mädchen sind lieb und ruhig. Vielleicht ist die eine Mutter froh, dass Jungs doch gar nicht wild und schlimm sind und nennt sich deshalb Jungsmama.

Die Pubertät ist bei uns noch weit weg und ich kann mir schon vorstellen, dass Hormone und körperliche Veränderungen einen Einfluss auf unsere Kinder haben. Zumal sie die Geschlechter auch in unterschiedlicher Altersstufen betreffen. Aber doch nicht so, dass ich meine Tochter danach nicht mehr verstehen würde. Zumindest nicht deshalb, weil ich ein Mann bin.

Umgekehrt scheint es für viele Menschen doch so absurd zu sein, dass Männer Frauen verstehen können, dass es dafür schon eine eigene abfällige Bezeichnung gibt, der Frauenversteher. Vielleicht sollte dieser genauso abgeschafft werden wie die Jungsmama. Das wäre dann ein wenig ausgeglichener.

 

Was denkt ihr über die Begriffe Jungsmama oder Mädchenmama?

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